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Veranstaltungen 2010 Sonderausstellungen 2010
Robert Sterl




W. Becker um 1910



Festival Mitte Europa




Veranstaltungen  2010


Juni
Sonnabend, 5. Juni 16 Uhr
Der Architekt des Robert-Sterl-Hauses William Becker
Vortrag von Tom Lauerwald

William Becker (1875-1956), Sohn eines Dresdner Bäckermeisters, erlernte den Beruf eines Zimmermanns und besuchte ab 1892 die Gewerbeschule in Dresden. Nach praktischen Erfahrungen in einem Baubüro erhielt er in Bukarest/Rumänien den Auftrag des Wiederaufbaus der Passage Romanie. Anschließend studierte er ab 1897 an der Baugewerkeschule in Zittau. Von 1899 bis 1901 war er als Meisterschüler der Königlichen Kunstakademie in Dresden bei Ernst Martin Herrmann und Paul Wallot eingetragen. Seit 1902 arbeitete er als freiberuflicher Baumeister mit Baugeschäft in Meißen, wo er die Gartensiedlung Sonnenleite errichtete und Bauaufträge in Meißen und Umgebung erhielt.
Im Jahr 1912 ließ sich das Ehepaar Sebastian von William Becker einen Entwurf für ein Landhaus in Naundorf anfertigen. Sieben Jahre später erwarben Robert und Helene Sterl das nahe der Bahnlinie nach Dresden gelegene Haus und beauftragten Becker mit dem Anbau eines Ateliers.

Tom Lauerwald, Leiter des Stadtarchivs Meißen, erkundet seit Jahren das Lebenswerk des Architekten William Becker und wird erstmals seine Forschungsergebnisse präsentieren.


Sonntag, 20. Juni 16 Uhr
Genius Loci
Zum 40. Todestag des Schriftstellers Johannes Urzidil
Biographische Reise durch das Werk des berühmten Schriftstellers und Kunstliebhabers
Vortrag von Klaus Johann und Vera Schneider
Veranstaltung im Rahmen des XIX. Festival Mitte Europa
www.festival-mitte-europa.de

»Ich bin international« - Biografische Reise durch das Werk des berühmten Schriftstellers und Kunstliebhabers Johannes Urzidil

Anlässlich des 40. Todestages des 1896 in Prag geborenen deutschsprachigen Schriftstellers laden Klaus Johann und Vera Schneider, die Herausgeber eines im Herbst 2010 im Verlag des Deutschen Kulturforums östliches Europa erscheinenden Johannes-Urzidil-Lesebuches, das auch seltene Tondokumente enthalten wird, zur Wiederentdeckung eines spannenden Autors der klassischen Moderne auf seinem Weg zwischen Böhmen und den USA ein. Mit dem multimedialen Vortrag wird so an das Leben und Werk von Johannes Urzidil erinnert. Der Brückenschlag zwischen scheinbaren und tatsächlichen Gegensätzen zwischen den Deutschen und den Tschechen wurde für den Sohn eines deutschen Vaters und einer tschechisch-jüdischen Mutter zum Leitmotiv seines Lebens und Schreibens. In Tschechien wird Johannes Urzidil  deshalb auch »Diplomat der Kunst« genannt.

Eintritt frei

Kartenvorbestellungen unter Telefon 03501 58 53 0


August
Sonntag, 15. August 14 Uhr
Rudolf Alexander Schröders Liederzyklus "Mitte des Lebens" (1930)
Vokalensemble "Wir Zehn"

Rudolf Alexander Schröder (1878-1962) gehörte 1899 zu den Gründern der Zeitschrift „Die Insel“. Zu den Autoren dieser exklusiven Literaturzeitschrift gehörten auch August Strindberg, Rainer Maria Rilke und Hugo von Hoffmannstal. Später, im Jahre 1902, ging aus dieser Zeitschrift der noch heute existierende Insel-Verlag hervor. In den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurde Schröder vor allem durch Übersetzungen klassischer Werke von Homer, Horaz, Vergil, Molière, Racine und Shakespeare den literarisch interessierten Kreisen Deutschlands bekannt. Schröder ist weiterhin als Herausgeber, später auch als Lyriker tätig. In den zwanziger und dreißiger Jahren entstanden umfangreiche Gedichtzyklen, z.B. „Der Pilgrim“, „Das Wunder“, „Mitte des Lebens“ und sein Essay „Dichtung und Dichter der Kirche“. Nachdem ihm unter dem NS-Regime jedes Auftreten in der Öffentlichkeit untersagt wurde, führten seine Dichtungen nach 1945 zu großer Anerkennung Schröders. So wurde er vom Bundespräsidenten Theodor Heuss aufgefordert, den Text für eine neue Nationalhymne zu dichten. Schröders 1950 uraufgeführten „Hymne an Deutschland“ kam allerdings Adenauer mit seiner Einführung der dritten Strophe des Deutschlandliedes zuvor.

Der 1930 entstandene Gedichtzyklus „Mitte des Lebens“ spiegelt das Kirchenjahr wie auch das menschliche Leben. Der Komponist Rudolf Hermann Simon (1896-1948) vertonte 1935 das Opus, in dem Sologesang mit vierstimmig vertonten Chorälen wechseln.