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Robert Sterl







Drei Zinnen





Berglandschaft A




Z 1138

Südtirol 1917

Landschaften und Porträts von Robert Sterl

 
 

Im Herbst 1917 brechen Robert Sterl (1867 - 1932), angesehener Maler und Kunstprofessor aus Dresden und Dr. Georg Hirzel (1867 - 1824), einflussreicher Verleger und Kunstmäzen aus Leipzig, zu einem ausgedehnten Wanderaufenthalt in Südtirol auf, kurz vor den schwersten Kämpfen an der Dolomitenfront.

Hirzel ist passionierter Bergsteiger, der seit vielen Jahren regelmäßig zu langen Aufenthalten in Südtirol weilt. Da er maßgeblich an der Anlegung eines Wanderweges beteiligt war, wurde dieser nach ihm benannt. Der Hirzelweg (Wanderweg Nr. 549), ist Teil des Rundweges um die südliche Rosengartengruppe, eine der schönsten Panoramatouren der Alpen.

Sterl fährt am 28. August zunächst nach Wien, um im österreichischen Kriegspressequartier die nötige Legitimation für Südtirol zu erhalten. Am 1. September reist er über Innsbruck nach Bozen und steigt im Hotel zum schwarzen Adler ab.

Die erste Gebirgstour führt Sterl zum Frontabschnitt Cristallo - Plätzwiese in den Sextener Dolomiten, wo noch heute die Spuren des Krieges zu finden sind.

Am 18. September trifft Dr. Hirzel in Begleitung seines Prokuristen Max Pagel in Bozen ein.

Eine zweite Gebirgstour unternimmt Sterl ins Ortlergebiet, im äußersten Südwesten von Südtirol. Gezeichnet hat er in Prad, Trafoi und Stilfs im Trafoier Tal, aber auch am Stilfser Joch (2757 m), an dem die Frontlinie verlief.

Hirzel organisiert für sich und Sterl eine dreitägige Wanderung, die mit der Fahrt durch das Grödener Tal beginnt. Die von russischen Gefangenen erbaute Grödener Eisenbahn sicherte den Nachschub zur Dolomitenfront. Eine militärische Feldseilbahnanlage führte hinauf zum Sellajoch. Sterl, der nicht ganz schwindelfrei ist, zieht es vor den Pass zu Fuß zu erreichen. Ziel der Wanderung ist das Sellajochhaus in 2180 m Höhe.

Die dritte Hochgebirgstour vom 9. bis zum 14. Oktober führt Sterl erneut zum Frontabschnitt Cristallo - Plätzwiese, diesmal in Begleitung von Hirzel.

Der Krieg in den Bergen wurde mit unvorstellbarer Grausamkeit geführt, jeder Gipfel, jede Felswand und jeder Passübergang wurden hart umkämpft. Wie nah sich die österreichischen und italienischen Soldaten in den Schützengräben und Felskavernen gegenüber liegen, bekommen es Sterl und Hirzel deutlich zu spüren. Sterl berichtet seiner Frau nur vom anhaltenden Regen, der im Hochgebirge allmählich in Schnee übergeht.

Auch die nach Rückkehr von der Front geplante große Fußtour mit Hirzel muss bereits am ersten Tag in Meran wegen des starken Regens abgebrochen werden.

Sterl verlässt Bozen am 22. Oktober und möchte einige Tage in Innsbruck verbringen, da es aber sehr neblig und kalt ist, fährt er bereits am nächsten Tag weiter nach Wien.

In den folgenden Jahren schreibt Hirzel gelegentlich und bemüht sich Sterl für eine weitere gemeinsame Wanderung in Südtirol zu gewinnen. Auf einer Rückreise aus Bozen im Mai 1924 stirbt Hirzel auf tragische Weise durch Stolpern beim Verlassen eines Eisenbahnwaggons.