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Sonderausstellungen 2002 Jahresbericht 2002 «zurück
Robert Sterl
Stillleben mit Taschenlampe, 1930

Bierflasche mit Möhren, 1931

Schneelandschaft mit Atelier, 1930/31

FRITZ SCHULZE (1903 - 1942)

Gemälde - Arbeiten auf Papier - Zum 60. Todestag des Sterlschülers
Sonderausstellung 20. Juli bis 15. September 2002

Als Antifaschist und Kommunist ist Fritz Schulze lange Zeit dies- und jenseits der "Mauer" gleichermaßen einseitig betrachtet worden und es ist an der Zeit, seine außerordentlichen künstlerischen Qualitäten in ihrer Vielseitigkeit und stilistischen Heterogenität, die so typisch für die Vertreter der "verlorenen Generation" sind, umfassend zu würdigen. Nach Studienbeginn in Leipzig war er bald mit seinem Freund Hans Hartung nach Dresden gegangen, wo beide zunächst bei Max Feldbauer und Ferdinand Dorsch studierten, da Kokoschka bereits gegangen war. Ab 1927 wird Fritz Schulze Robert Sterls Meisterschüler. Sterls Einflüsse sind deutlich spürbar. Zu Beginn der 1930er Jahre verstärken sich Tendenzen zur Neuen Sachlichkeit, ohne dass der Maler seine Vorliebe für leuchtende Primärfarben und lockere Pinselführung aufgibt. Als Kommunist engagierte sich Fritz Schulze gemeinsam mit seiner Frau Eva Schulze-Knabe im antifaschistischen Widerstandskampf. Damals entstanden zudem viele Arbeiten in der Nähe des neuen Zuhause am Hohen Stein im Dresdener Süden. In den späten 1930er Jahren versuchte Fritz Schulze zuweilen die formale Verdichtung vom Holzschnitt auf die Malerei zu übertragen. Sein Hauptziel aber war der politische Kampf, den er mit dem Leben bezahlte. Fritz Schulze hat ein umfassendes Oeuvre von hohem künstlerischem Rang und stilistischer Vielfalt hinterlassen. Seine Malerei ist von leuchtenden Farben und kompositorischer Dichte geprägt. In den 1930er Jahren hat Schulze auf dem Gebiet des Holzschnittes in der Nachfolge Franz Masereels Außerordentliches geleistet.

Lebensdaten: 1903 - am 14. April in Leipzig geboren; 1923-25 - Studium an der Akademie für Grafik und Buchgewerbe Leipzig; 1925-29 Studium an der Dresdener Kunsthochschule; 1930 Gründungsmitglied der Dresdener Asso, Eintritt in die KPD; Bau eines Ateliers am Hohen Stein in Dresden-Plauen; 1931 Heirat mit der Malerin Eva Knabe; 1932/33 verstärkte politische Tätigkeit; 1933-34 Verhaftung/Haftlager Hohnstein; 1935-40 illegaler politischer Kampf; 1942 - nach Verhaftung Hochverratsprozess; 1942 - am 5. Juni in Berlin-Plötzensee hingerichtet