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Robert Sterl
Schuch dirigiert in der Dresdner Oper, 1908

Schuch bei der Generalprobe, 1909

Schuch dirigierend, 1908

ROBERT STERL UND ERNST VON SCHUCH
Gemälde, Zeichnungen, Briefe und Dokumente
Sonderausstellung zum 90. Todestag des Dirigenten Ernst von Schuch (1846–1914)
und des Soloviolinisten Henri Petri (1853–1914)
1. Mai bis 18. Juli 2004

Robert Sterl war mit dem Dirigenten eng befreundet. Seit 1908 verfolgte er kontinuierlich das Wirken Schuchs und hat mit zahlreichen Skizzen, Zeichnungen und Gemälden einzigartige und lebendige Zeugnisse für die Nachwelt geschaffen. Unter Ernst von Schuch (1846–1914) wurde Dresden zu einem führenden Musikzentrum Europas und zwar nicht nur hinsichtlich der künstlerischen Qualität des Orchesters – der heutigen Sächsischen Staatskapelle –, sondern auch wegen der sehr erfolgreichen Ur- und Erstaufführungen zeitgenössischer Musik. Gerade Wagner und vor allem Richard Strauß mit seinen Opern „Rosenkavalier“ und „Elektra“, aber auch Reger und Rachmaninoff wurden durch Schuchs außerordentliche Aufführungsqualität zum Erfolg gebracht. Ein Auftrag – das heute leider verlorene Gemälde „Petriquartett“ aus dem Jahre 1907 – führte Robert Sterl erstmals persönlich mit Dresdener Musikern zusammen. Henri Petri (1853–1914) war Soloviolinist unter Ernst von Schuch. Der Tod beider Musikerfreunde Sterls im Jahre 1914 war für den Künstler ein einschneidender Verlust: „... aber Schuch ist der traurigste Punkt meiner Gedanken und ich komme nicht darüber fort. Wie viel ich durch den Prachtkünstler verliere, kann man gar nicht sagen, denn er war ja immer so lieb und besonders nett zu mir... Nun ist auch das vorüber und das Petriquartett und der liebe Schuch – vorbei.“ (Brief an Helene Sterl vom 23. Mai 1914). Danach hat Robert Sterl kein einziges Musikerbild mehr geschaffen. Für die diesjährige Sterl-Sonderausstellung haben wir erstmals hochrangige Leihgaben bei uns zu Gast. Die Städtische Galerie Dresden hat das bekannte Bildnis des dirigierenden Ernst von Schuch (1909) ausgeliehen, das zuletzt 1998 zu sehen war. Damit hängt zum ersten Mal ein großes Musikerbild im Atelier von Robert Sterl. Einige Gemälde der ständigen Präsentation wurden dafür zeitweilig deponiert. Die Städtischen Sammlungen für Geschichte und Kultur Görlitz haben zudem das Gemälde „Schuch dirigiert den Rosenkavalier“, die Strauß-Oper erlebte 1911 unter Schuch eine legendäre Uraufführung, zur Verfügung gestellt.

Insgesamt sind 30 Handzeichnungen, sechs Gemälde und eine Lithographie zu sehen. In den Vitrinen wird die Schau ergänzt durch Originalfotos und –postkarten sowie Konzertprogramme und Bücher aus Sterls Bibliothek und Archiv.